Arzt bearbeitet Patientendaten mit seinem iPad
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Die elektronische Patientenakte: Alles, was Sie wissen m√ľssen

Bislang konnten Sie sich als Arzt oder √Ąrztin nicht darauf verlassen, dass Sie jederzeit alle relevanten Gesundheitsdaten √ľber Ihre Patienten vorliegen haben. H√§ufig sind die gesundheitlichen Informationen nicht als einheitliches Dokument verf√ľgbar, sondern verteilt auf Arztpraxen und Krankenh√§user. Die elektronische Patientenakte b√ľndelt die medizinischen Befunde dagegen an einem Ort.

In diesem Artikel: 

Die digitale Patientenakte und die gesetzlichen Grundlagen

Wenn man bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, kann man seit dem ersten Januar 2021 eine elektronische Patientenakte nutzen. Die Nutzung der Karte soll fl√§chendeckend im Gesundheitswesen m√∂glich sein. Nachdem im dritten und vierten Abrechnungsquartal des Jahres 2021 die Verwendung in s√§mtlichen Arztpraxen gegeben war, ist der Zugriff im Jahr 2022 auch in Krankenh√§usern m√∂glich. Sowohl Praxen als auch Kliniken m√ľssen seit Januar 2022 ePAs nutzen und bef√ľllen.¬†Einem Versicherten steht es jedoch frei, ob er die elektronische Patientenakte f√ľr sich selbst nutzen m√∂chte. Weiterhin liegt es in der Hand der behandelten Person, welche Informationen √ľber sie gesammelt werden. Dies beinhaltet auch, dass sich √Ąrzte und √Ąrztinnen als Leistungserbringer erst authentifizieren m√ľssen. Die Freigabe umfasst vier Komponenten:

  • Die elektronische Gesundheitskarte (abgek√ľrzt als ‚ÄěeGK‚Äú)
  • Eine pers√∂nliche Identifikationsnummer (auch ‚ÄěPIN‚Äú genannt) der behandelten Person
  • Einen eHBA (elektronischen Heilberufsausweis)
  • Die PIN des Leistungserbringers

Au√üerdem l√§sst sich der Zeitraum, in dem sich die Akte einsehen l√§sst, individuell vom Patienten festlegen ‚Äď je nach Person, medizinischer Notwendigkeit oder Institution. Um die elektronische Patientenakte einzurichten, gibt es prinzipiell keine im Gesetz festgelegte Beschr√§nkung des Alters. Ab dem f√ľnfzehnten Lebensjahr sind die meisten Minderj√§hrigen aber grunds√§tzlich berechtigt, √ľber die Verwendung der elektronischen Patientenakte selbstst√§ndig zu entscheiden.

Die elektronische Gesundheitsakte: Ihre Funktionen erklärt

Die Informationen, die in der elektronischen Patientenakte gespeichert sind, sind aufgrund einer Verschl√ľsselung nur f√ľr befugte Personen einsehbar. Nachdem Sie die Authentifizierung vorgenommen haben, k√∂nnen Sie sich die freigegebenen Komponenten ansehen. Entweder ist dies f√ľr eine festgelegte Zeitspanne oder unbegrenzt lange der Fall.

Es gibt zudem eine App f√ľr die elektronische Patientenakte. Mithilfe dieser k√∂nnen Patienten nicht-digitale Informationen einscannen. Die Ablage der jeweiligen Daten soll in der Zukunft durch ein umfassendes digitales Netzwerk gest√ľtzt sein. Nicht jeder Mensch entscheidet sich allerdings daf√ľr, die App in Anspruch zu nehmen. Manche bevorzugen es, wenn der Leistungserbringer lokale Befunde √ľber das Praxisverwaltungssystem (PVS) hochl√§dt.

Welche Komponenten beinhaltet die digitale Krankenakte?

Die elektronische Patientenakte kann dazu genutzt werden, eine Vielzahl von Daten zu speichern. So können Sie beispielsweise einen Arztbrief schreiben und diesen anschließend sofort einscannen. Wissenswert ist dabei, dass es sich sowohl um offizielle medizinische Dokumentationen als auch um private Notizen der Patienten handeln kann. Typische Bestandteile sind beispielsweise:

  • Der Impfausweis
  • Das Bonusheft vom Zahnarzt
  • Der Mutterpass
  • Das Untersuchungsheft f√ľr Minderj√§hrige
  • Ein Medikationsplan
  • Notfalldaten
  • Befunde
  • R√∂ntgenbilder
  • Ein Arztbrief
  • Messungen des Blutzuckerspiegels in Tagebuchform

Ein Arzt bearbeitet eine Patientenakte am Laptop
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Die digitale Gesundheitsakte: Vor- und Nachteile im √úberblick

√Ąhnlich wie eine Abrechnungsdatei ist die elektronische Patientenakte gegen√ľber fremden Benutzern gesichert. Allerdings handelt es sich um ein vergleichsweise neues Verfahren, sodass man potenzielle Fehlerquellen noch nicht komplett absehen kann. Ein m√∂glicher Nachteil ist, dass nicht nur die √Ąrztin oder der Arzt, sondern auch die Patienten Zugriff auf die digitale Patientenakte haben. L√∂schen Letztere etwa unliebsame oder unangenehme Informationen, kann der behandelnde Arzt nicht mehr damit rechnen, dass die Akte vollst√§ndig ist. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Behandlung.

Die elektronische Patientenakte bringt allerdings √ľberwiegend positive Aspekte mit sich. Nicht nur kann durch ihre Zuhilfenahme das Ma√ü an unn√∂tigen doppelten Untersuchungen drastisch reduziert werden. Zus√§tzlich erm√∂glicht sie Ihnen, n√§her mit den Menschen zu interagieren, die Sie behandeln. Diese k√∂nnen durch die ePA n√§mlich Einblick in ihre medizinischen Dokumente gewinnen und gezielte R√ľckfragen stellen.

Das f√ľhrt m√∂glicherweise dazu, dass der zu Behandelnde ein st√§rkeres Gef√ľhl der Verantwortung gegen√ľber der eigenen Gesundheit entwickelt.

Die elektronische Patientenakte: Tipps f√ľr den Umgang

Was die Digitalisierung von gesundheitlichen Daten betrifft, so ist nach wie vor Fingerspitzengef√ľhl gefragt. Viele Menschen misstrauen den Beh√∂rden und bezweifeln, dass ihre pers√∂nlichen Informationen ad√§quat gesichert sind. Deshalb betrachten sie die ePA skeptisch. Die Medizin als Ganzes w√ľrde durch √ľbersichtliche, geb√ľndelte Speicherm√∂glichkeiten von Daten jedoch an Effizienz gewinnen. Nicht nur √Ąrztinnen und √Ąrzten, sondern auch den behandelten Personen k√∂nnte das Leben erleichtert werden. In erster Linie ist von Medizinern in dieser Hinsicht Aufkl√§rungsarbeit gefragt, was die Funktionsweise der elektronischen Patientenakte betrifft. Das schlie√üt technische Details ein, die Sie auch Technik-Laien gehobenen Alters n√§herbringen m√ľssen.

Wenn Sie sich erst selbst mit den neuen technischen M√∂glichkeiten, die die ePA mit sich bringt, vertraut gemacht haben, wird es Ihnen leichtfallen, Ihre Patienten von der neuen digitalen Akte zu √ľberzeugen.

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