Arzt hält Waage und Bausteine "Work" und "Life" in Händen
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Drahtseilakt – Zwischen Patienten und Privatleben: Maßnahmen für eine bessere Work-Life-Balance als Arzt

24-Stunden-Schichten, durchgearbeitete Nächte, Bereitschaftsdienste, lange Operationen – der berufliche Alltag als Ärztin oder Arzt verlangt Ihnen einiges ab. Der Spagat zwischen Arbeit und Freizeit gelingt immer weniger. Sie stoßen an Ihre Grenzen und sind überlastet. Doch nur, wenn Sie ausgeruht und fit sind, können Sie effektiv, gewissenhaft und erfolgreich in Ihrem Beruf als Arzt sein. Wir geben Ihnen in diesem Beitrag hilfreiche Ratschläge, wie Sie eine ausgewogene Work-Life-Balance als Arzt oder Ärztin erreichen.

Wunsch und Wirklichkeit

Nur wenige Menschen können von sich behaupten, dass sie ein Leben führen, in dem all ihre wichtigen Lebensbereiche im Gleichgewicht stehen. Die meisten streben danach, wenigstens so gut es geht, eine ausgewogene Work-Life-Balance herzustellen. Denn auf Dauer kann ein unausgewogenes Verhältnis zwischen bezahlter Arbeit und den privaten Bedürfnissen schlechte physische und psychische Auswirkungen auf Sie haben. Schlafmangel, eine schlechte Ernährung und Überlastung, die über einen längeren Zeitraum oftmals zu Stress, Burnout  oder länger anhaltenden Depressionen führen können, sind nur ein paar Beispiele der negativen Effekte.

 Besonders Sie als Ärztin oder Arzt kennen die Schwierigkeiten, Ihre privaten Bedürfnisse mit Ihrem anspruchsvollen Berufsalltag und den Arbeitsbedingungen zu verbinden. Obwohl immer mehr Mediziner und sogar auch schon frische Assistenzärzte bei der Stellenwahl versuchen, darauf zu achten, dass die Work-Life-Balance ausgeglichen ist, sieht die Realität im ärztlichen Beruf meist anders aus – egal, ob im Krankenhaus oder in einer Arztpraxis. Lange Schichtdienste, Bereitschaftsdienste und viele Überstunden sind nur einige Begleiter im Arbeitsalltag eines Mediziners. Daraus resultieren im zeitlich eingeschränkten Privatleben oftmals Schlafstörungen, ein strapaziertes Nervenkostüm und teilweise auch körperliche Beschwerden.

 Eine repräsentative Umfrage des Marburger Bundes aus dem Jahr 2019  bestätigt die oftmals schlechte Work-Life-Balance im Job als Arzt. Die befragten Ärztinnen und Ärzte arbeiten durchschnittlich über 49 Stunden pro Woche. Rund 50 Prozent geben darin an, dass sie sich häufig überlastet fühlen. 75 Prozent bestätigen, dass das eigene Privatleben

unter der Arbeit im Krankenhaus oder der Praxis leidet. Als Folge dieser Zustände überlegen sogar 21 Prozent der Befragten, ihren Beruf als Arzt ganz aufzugeben.

 Die Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr, wie wichtig ein gutes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben als Arzt ist. Für eine gesunde Work-Life-Balance erhalten Sie hier nun Tipps.

Holzwippe mit "Karriere" auf der einen und "Familie, Freunde, Gesundheit" auf er anderen Seite

Bessere Work-Life-Balance als Arzt: Maßnahmen

Nutzen Sie Ihre Zeit effizient

Auch wenn Sie Ihr Beruf als Arzt vollends erfüllt, benötigen Sie trotzdem einen Ausgleich, um abzuschalten und Ihre Energiereserven wieder aufzuladen. Bei den meisten Ärzten scheitert es oftmals nicht daran, dass die Möglichkeiten zum Ausgleich fehlen, sondern dass sie sich selbst nicht genügend Freizeit schaffen. Hier ist das Geheimrezept: mit Struktur zur Entlastung. Es sind lediglich kleine Dinge, auf die Sie Acht geben müssen und schon schaffen Sie sich etwas mehr freie Zeit.

  • Wenn Sie sich zum Beispiel in der Mittagspause selbst etwas zu Essen mitbringen, sparen Sie die Zeit beim Anstehen in der Cafeteria und können direkt gemütlich in aller Ruhe Ihre Mahlzeit zu sich nehmen. Netter Nebeneffekt – Selbstgemachtes von zu Hause ist eine gute Möglichkeit für eine gesunde Ernährung als Arzt.

  • Es müssen nicht immer zwei Stunden im Fitnessstudio sein. Ihren leeren Akku können Sie auch mit kurzen, aber effektiven Workouts oder einem Spaziergang wieder aufladen. Auch Yoga- oder Dehnübungen helfen dabei, positive Effekte zu erzielen und geben Ihnen außerdem ein gutes Gefühl.

Mgl. interner Verlinkung zu Blogbeitrag „Gesunde Ernährung als Arzt“

Strukturieren Sie Ihren Arbeitsalltag

Um Stress und dem dauerhaften Gefühl von Anspannung vorzubeugen, ist es wichtig, dass Sie Ihren Alltag als Arzt strukturieren – vor allem bei den administrativen Tätigkeiten, die sich planen lassen. Dafür ist ein gutes Zeitmanagement wichtig. So können Sie beispielsweise den Entlassungsbrief eines Patienten schon während der Aufnahme anlegen. Im weiteren Verlauf können Sie die Informationen ergänzen und sparen sich die Arbeit sowie den Druck, erst bei Entlassung alles auf einmal in kürzester Zeit erledigen zu müssen.

 Priorisieren Sie außerdem Ihre Aufgaben! Das hilft Ihnen dabei auf einen Blick zu erkennen, was wichtig ist und zuerst erledigt werden muss. Besonders effektiv ist ein Zeitplan, der alle Aufgaben nach Priorität geordnet erfasst. Sie können dann zusätzlich notieren, bis wann die jeweiligen Tätigkeiten erledigt sein müssen. Wenn Sie eine Aufgabe beendet haben, können Sie ebenfalls die dafür benötigte Zeit eintragen. So lernen Sie Ihr Zeitmanagement besser kennen und können es gegebenenfalls optimieren. Falls eine Aufgabe zu groß erscheint, versuchen Sie sie in kleinere Teilaufgaben zu gliedern. So stellen sich auch schneller kleinere Teilerfolge ein.

 „Nein“ zu sagen, ist ebenfalls ein weiterer wichtiger Punkt, um Struktur in Ihren Alltag als Arzt zu bringen. Bei der Arbeit im Team zählt selbstverständlich, dass Sie und Ihre Kollegen sich gegenseitig unterstützen. Allerdings ist es in einigen Fällen durchaus angebracht und auch richtig, wenn Sie einer Bitte nicht nachkommen. Denn Ihre eigene Arbeit bleibt in diesen Fällen dann oftmals liegen und Sie geraten zusätzlich in Stress, um alles Anfallende rechtzeitig zu erledigen. Die Struktur Ihres Alltags wird unterbrochen und das von Ihnen angestrebte Gleichgewicht gerät ins Wanken.

Lernen Sie Ihre freie Zeit schätzen

Den Arztberuf und die Familie  zu vereinbaren, ist oftmals eine schwere Aufgabe. Daher sollten Sie Ihre wenige freie Zeit ganz bewusst wahrnehmen und schätzen. Natürlich verbringt auch jeder gerne mal einen Tag auf dem Sofa und tut einfach gar nichts. Allerdings machen kleine Unternehmungen und Bewegung Spaß und lassen Sie am Ende eines Tages mit positiven Gedanken zurück. So können Sie aus dem Vollsten Ihrer freien Zeit schöpfen und erholt sowie mit neuer Energie an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Passende Stelle für eine gute Work-Life-Balance als Arzt finden

Manchmal helfen keine der genannten Maßnahmen, um für Sie als Ärztin oder Arzt in Ihrer derzeitigen Stelle eine ausgewogene Work-Life-Balance zu schaffen. Wenn Sie bemerken, dass dieser Umstand Sie physisch und physisch so belastet, dass Sie Ihrer Profession nicht mehr vollends nachkommen können, ist es an der Zeit, sich nach einer anderen Stelle umzusehen. Legen Sie vor der Suche fest, welche Kriterien die neue Stelle in Bezug auf Ihre Work-Life-Balance erfüllen muss! Dies können beispielsweise sein:

 

  • Stelle in Vollzeit, Teilzeit oder als Vertretungsarzt
  • Feste Dienstpläne
  • Nachtdienste – ja oder nein

 

Wägen Sie außerdem ab, was für Sie wichtiger ist: Wollen Sie Ihre Karriere als Arzt  schnell voranbringen und/oder legen Sie viel Wert auf den finanziellen Aspekt? Sind Ihnen die Familie und der Ausgleich sowie ein familienfreundliches Arbeitsumfeld wichtiger? Wenn Sie alle Ihre Wünsche und Bedürfnisse formuliert haben und genau wissen, was Sie sich von der neuen Stelle erhoffen, dann können Sie die Suche starten.

 Wir von der HiPo Ärztvermittlung stehen Ihnen während Ihrer Stellensuche gerne zur Seite. Wenden Sie sich an unsere Experten und vereinbaren Sie hier direkt online ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch! So finden Sie eine Anstellung als Arzt in einer medizinischen Einrichtung, in der Sie die Möglichkeit haben, für sich eine ausgewogene Work-Life-Balance zu schaffen und zu erhalten .

Arzt hält eine Tafel auf der "Freizeit" steht
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Bringen Sie Privat- und Berufsleben in Einklang

Nur wenn Ihre Work-Life-Balance als Arzt oder Ärztin stimmt, können Sie rundum glücklich und erfolgreich sein. Daher ist es wichtig, dass Sie auch an Ihre eigene Gesundheit sowie Ihr Wohlbefinden denken und nicht nur an das Ihrer Patienten. Das ist kein Widerspruch zu einer angemessenen Patientenversorgung, sondern die Voraussetzung. Denn gesunde und fokussierte Ärzte können besonders gut in ihrem Beruf glänzen und die Patienten voll umfassend ohne Fehler beraten und behandeln.


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